Fragen statt klicken: Wie ich meine eigenen Werkzeuge an die KI anschließe

Meine Fehlerberichte und meine Besucherstatistik kann ich jetzt in normaler Sprache befragen. Möglich machen das ein offener Standard namens MCP und ein kleiner Übersetzer namens Unla.

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Wer eine Webseite oder ein Online-Angebot betreibt, kennt das: Die wichtigen Zahlen liegen in verschiedenen Programmen. Bei mir sind das vor allem zwei. Bugsink sammelt Fehler, die in meinen Webanwendungen auftreten. Plausible zählt die Besucher meiner Webseiten, datenschutzfreundlich und ohne Cookies. Beide betreibe ich selbst.

Will ich etwas wissen, öffne ich normalerweise beide, melde mich an und klicke mich durch Listen und Diagramme. Inzwischen geht es auch anders. Ich stelle meinem KI-Assistenten eine Frage, zum Beispiel „Welche Fehler gab es diese Woche?“ oder „Woher kamen meine Besucher?“. Der Assistent sieht selbst nach und antwortet.

Eine gemeinsame Steckdose für KI

Dahinter steckt MCP, das Model Context Protocol. Stellen Sie sich eine einheitliche Steckdose vor. Ein Programm bekommt einmal den passenden Anschluss, und jeder KI-Assistent, der MCP versteht, kann daran andocken. Was MCP genau ist, habe ich in einem eigenen Artikel ausführlicher erklärt.

Der Haken: Weder Bugsink noch Plausible bringen eine solche Steckdose mit. Beide haben aber eine Programmierschnittstelle. Das ist ein fester Weg, über den andere Programme Daten abfragen können.

Unla: der Reiseadapter

Hier kommt Unla ins Spiel, ein frei verfügbares Open-Source-Projekt. Unla arbeitet wie ein Reiseadapter. Es nimmt den vorhandenen Stecker, also die Programmierschnittstelle, und macht ihn passend für die MCP-Steckdose.

Eine eigene Schnittstelle musste ich dafür nicht programmieren. Ich habe Unla in einer Art Beschreibung mitgeteilt, welche Abfragen es anbieten soll und wie sie an Bugsink und Plausible weitergegeben werden.

Genau das finde ich spannend. Viele Programme haben längst eine Schnittstelle. Mit einem Übersetzer wie Unla werden sie für KI-Assistenten nutzbar, ohne dass jemand das Programm selbst umbauen muss.

Was der Assistent bei mir kann

Bei Bugsink sieht der Assistent meine Projekte, die gemeldeten Fehler und ihren Verlauf ein, bis hin zur Stelle im Programm, an der ein Fehler aufgetreten ist. Außerdem kann er einen Fehler kommentieren, als erledigt markieren, wieder öffnen oder stummschalten. Löschen kann er nichts.

Bei Plausible fragt der Assistent Statistiken ab: Besucherzahlen, beliebte Seiten, Herkunft, Länder oder Geräte, für einen frei wählbaren Zeitraum. Er kann auch sagen, wie viele Menschen gerade auf der Seite sind. Ändern kann er dort nichts.

Wem gehören die Daten?

  • Die Daten liegen bei mir. Bugsink und Plausible laufen auf meinen eigenen Servern, nicht bei einem fremden Anbieter.
  • Unla speichert keine Zugangsschlüssel. Der Assistent bringt bei jeder Anfrage seinen eigenen Schlüssel mit, Unla reicht ihn nur weiter. Was erlaubt ist, entscheiden Bugsink und Plausible selbst.
  • Nur ausgewählte Handgriffe. Die Plausible-Anbindung kann nur lesen. Bei Bugsink gibt es außer Lesen nur die oben genannten Aktionen.
  • Ein ehrlicher Hinweis: Was der Assistent abruft, geht an den Anbieter des Assistenten, damit dieser antworten kann. Gespeichert bleibt alles bei mir, die Antwort reist aber mit.
  • Prüfen bleibt Pflicht. Eine KI kann sich irren oder Zahlen falsch deuten. Bei wichtigen Entscheidungen lohnt weiterhin ein Blick ins Original. Aktionen, die etwas verändern, sollte man sich vom Assistenten vorher bestätigen lassen.

Und bei Ihnen?

Welche Programme in Ihrem Alltag oder Ihrem Betrieb würden Sie gern einfach fragen können? Die Zeiterfassung, das Buchungssystem, die Lagerliste? Hat ein Programm bereits eine Schnittstelle, ist die Frage oft nicht mehr, ob es geht, sondern welche Handgriffe die KI dort übernehmen darf.

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